Eigentlich war geplant den Bus zu nehmen, dachte ich… wovon Jonathan und der andere Uruguayer nichts zu halten scheinen… kurzerhand ein privater Kleinbus angehalten… 3 Reals pro kopf…ist gebongt…16 Männlein und Weiblein auf dem Weg zur Strassenparty …
Zigarettenverkäufer, hunderte kleiner Stände, Krimskrams, Schmuck, Trinken, Essen welches lecker ausschaut, Prostituierte am Straßenrand, betrunkene und nicht betrunkene ausgelassene Brasilianer und Touristen bestimmen das Bild, unsymphatische Türsteher, Musik selbstgemacht und Konserve… bei den Reggaetrommlern ist es am sympathischsten… neben tanzendem Volk immer wieder auch liegende abgewrackte von Unterernährung und/ oder Drogen zerfressene Gestalten … dadurch wirkt das ganze genauso makaber, wie es laut ist, gelegentlich zwielichtige gestalten, auch Polizisten, wirken relativ entspannt…nach dem Motto haltet euch an die Regeln und wie lassen euch in Ruhe… ich selbst nehme nicht so recht teil an der Strassenparty… mehr ein Beobachter… was interessant ist, das sich auf den einen 10 Meter Straße wo Reggae aus der Konserve kommt, entspannte Rastafaris Schmuck verkaufen ein ausgelassenen rücksichtsvolles Publikum steht, jeder Rempler wird entschuldigt, 20 Meter weiter wirkt es eher hedonistisch…
Stehe etwas abseits von Leuten die sich zum Reggea bewegen, nur 3, 4 Meter entfernt…ein Typ sieht unsympathisch aus, fiebrige stimme, will mir Marihuana und Koks verkaufen. Ich lehne ab. Er greift unbeeindruckt in meine Hosentasche. Packe seinen Arm, stoße ihn weg…“Don´t touch me !“ Versucht es wieder… Stoße ihn nun kräftiger von mir… nun kommt noch ein anderer, Stosse auch ihn weg… flüchte in die menge… der zweite Brasilianer folgt mir… „Scheisse !“ ich mittlerweile sehr aggressiv: „Don`t touch me“… Er gibt mir zu verstehen das er mir helfen will…Mehrfaches Händeschütteln und eine Umarmung meinerseits machen ihm deutlich, dass ich ihn verstanden habe. Stellt sich mir als Giovanni vor. Leider spricht er genauso schlecht englisch wie ich spanisch oder portugiesisch. Nämlich fast gar keins. Er bedeutet mir an ihm zu folgen einen Freund treffen. Werde dadurch wieder ein wenig misstrauisch und beobachte aufmerksam seine Mimik. 10 Jahre Berlin war`n ne ganz gute Schule. Kann jedoch nichts verdächtiges entdecken. Folge ihn… Kurze Vorstellung einiger Freunde. Schließlich treffen wir Wellington… zu dessen Wohnung wir uns nun aufmachen… Nicht nur die reichen haben einen extra gesicherten Eingang… In Wellingtons Wohnung… versuchte Kommunikation über Nietzsche, Camus, Eco, Schopenhauer, Hesse mit Bleistift und Papier… Ich bereue es mein Wörterbuch nicht mitzuhaben. Giovanni fragt mich, ob er sich von meinem Geld ein wenig Marihuana kaufen kann. Es fällt mir schwer nein zu sagen, auch wenn ich ahne das er es von Anfang an darauf abgesehen hat. Bin nun mal der reiche Europäer für ihn. Gebe ihm 50 Reals, in der Hoffnung das er versteht das nur 25 davon ausgeben soll… Raus aus der Wohnung… mit dem Taxie in die Favelas…Nachts… Weiß ich was ich tue ?! Wellingon ist nicht allzu begeistert mich mit in die Favelas zu nehmen. Giovanni kümmert das nicht, scheint zu wissen was er tut, fühle mich deswegen auch ganz sicher… vielleicht auch wegen dem Mix aus Guarana und Alkohol den ich mit den beiden getrunken habe… Allerdings ist mein verstand relativ klar und wach….Warte mit Wellington während Giovanni in eine der Hütten geht… etwa 15 Minuten vergehen…. Giovanni ist wieder zu sehen… Fuck Polizei….Giovanni wird kontrolliert…Wir stehen abseits…beobachten das ganze… nix passiert…. Aufatmen !
Laufen zurück zu Wellingtons Wohnung das der Taxifahrer hatte wohl doch keine Lust zu warten….
Joint pur…. Giovanni zieht eine Line…“ah alles klar „ denke ich, nehms ihm aber nicht übel… bietet mir auch eine an… lehne dankend ab…genieße lieber den Joint und das drauf folgende Essen von Wellington…. Danach… Film über die Favelas….Goldener Bär in Berlin… Polizei versus Polizei… Außerdem erfahre ich von Giovanni, das er Anarchist ist und arabischer Abstammung. 300 Anarchischen hat es mal in Rio gegeben. 93 leben noch. Der Rest Tod im Kugelhagel des Polizei. Außerdem betreibt Lula eine Monopolisierung der Reccourscen so Giovanni. Lula also doch eine Marionette des Westens ?
Stunden später gegen 7, 8 Uhr …. Mit dem Taxi und einer Menge Stoff zum nachdenken zurück zum Hostel…. Schlafen…
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